Uni Münster stellt auf Recyclingpapier um!
Am 2. Oktober hat das Rektorat beschlossen, die Uni Münster auf umweltfreundliches
Recyclingpapier umzustellen. Der Rektoratsbeschluss lautet so:
"Das Rektorat beschließt mit Blick auf die vorgetragenen Argumente und Erwägungen als
Beitrag der Universität zum Umweltschutz, dass grundsätzlich nur noch
Recyclingpapier in Kopiergeräten, Druckmaschinen und in Druckern aller Art benutzt wird.
Der Beschluss bindet alle Universitätsmitglieder und alle Universitätsangehörigen, soweit
sie Papier verwenden, welches aus universitären Haushaltsmitteln erworben ist. Davon
unberührt bleibt der Einsatz von Frischfaserpapier für Urkunden und für Schreiben
repräsentativ-feierlichen Charakters. Vorhandenes Nichtrecyclingpapier muss aus
haushaltsrechtlichen Gründen aufgebraucht werden."
1995 beginnt die Chronik bezüglich der Umstellung der Uni auf Recyclingpapier. Diverse
Gespräche zwischen Beschaffungsstelle und AStA, Rundschreiben und Appelle hatten jedoch
keinen Erfolg: Der Anteil von Recyclingpapier wurde nicht maßgeblich gesteigert. Von
Anfang an war klar, dass eine wirkliche Umstellung nicht durch Appelle zu erreichen ist. Der
AStA hat sich in einem Schreiben an das Rektorat gewandt, in dem ein rechtsverbindlicher
Beschluss gefordert wird, der den Einsatz von Recyclingpapier garantiert. Mitunterzeichnet
wurde der Brief von diversen Professoren, dem Umweltforum, der Initiative Wirtschaft und
Umwelt, der Initiative 2000plus NRW und dem Zentrum für Umweltforschung. Parallel hat
der AStA diverse Gespräche mit der zentralen Beschaffungsstelle geführt und die technischen
Rahmenbedingungen diskutiert. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn
Knüwer und Herrn Barfuss bedanken, die das Anliegen des AStA tatkräftig unterstützt haben!
Das Rektorat hat sehr offen auf die vorgetragenen Argumente reagiert und gehandelt. Der
Beschluss mache die Uni Münster ein ganzes Stück weit ökologischer, so Rektor Jürgen
Schmidt.
Man mag sich fragen, warum der AStA Arbeit in einen solchen Rektoratsbeschluss investiert.
Es gibt gute soziale und ökologische Gründe, auf Frischfaserpapier zu verzichten. Die
Rohstoffe für die Papierherstellung kommen größtenteils aus dem Ausland. Das für die
Papierproduktion eingeschlagene Holz kommt zu einem großen Teil aus Urwäldern, jeder
fünfte Baum weltweit wird für Papier eingeschlagen. Zellstoff aus Plantagen trägt zur
Zerstörung großer Flächen durch massiven Pestizideinsatz und Düngemittelgaben bei. In
Brasilien und Indonesien wird Menschen die Lebensgrundlage zerstört, und oft kommt es zu
Vertreibungen der Bevölkerung in den Zellstoffproduktionsgebieten. Auch die Ökobilanz von
Frischfaserpapier ist wesentlich ungünstiger als die von Recyclingpapier. Der Einsatz von
Energie und Wasser ist eklatant höher, auch die anfallenden Abfallmengen sind bei
Frischfaserpapier wesentlich größer. Im Sektor graphische Papiere, also Papiere für Druck,
Kopie etc. (ohne Zeitungen) liegt die Quote von Altpapier unter 20 Prozent. Diesen geringen
Anteil kann man noch wesentlich erhöhen. Die Uni Münster trägt nun mit dazu bei, dass dies
auch geschieht.